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RE.F.U.G.I.U.S. INFORMATIONEN und ERLAGSCHEINE
Mahnmal Kreuzstadl:
RE.F.U.G.I.U.S,
A-7400 Oberwart
Hauptplatz 3-5/1
tel: 03352/ 34 525-22
fax: 03352/ 34 525-11
e-mail: refugius@aon.at

Zweierlei Gedenken

eine vergleichende Fotodokumentation

Fotos: Hans Wetzelsdorfer; Idee, Gestaltung: Wolfgang R. Kubizek

Denkmalskultur einer Gesellschaft ist ein Zeichen dafür, wie eine Gesellschaft ihre Vergangenheit interpretiert und deutet. Denkmäler sind Symbole der kollektiven Erinnerung und des kollektiven Gedenkens. Sie vermitteln nicht Wissen über unsere Vergangenheit, sondern unsere Einstellungen und Haltungen dazu. Damit sind sie wesentlich an der Entstehung eines gemeinsamen, identitätsstiftenden historischen Bewußtseins beteiligt.
Denkmäler spiegeln eine ideologisch gefärbte Sichtweise der Vergangenheit wider, in der Regel die jener politischen und sozialen Gruppen, denen es obliegt den öffentlichen Raum zu gestalten.

Die Ausstellung ermöglicht es dem Betrachter, die Themenbereiche sinnlich, emotional zu erfahren - abseits von reiner Wissensvermittlung. Dem Betrachter werden Bilder, Assoziationen angeboten und in der Folge kann er eigene Definitionen und Erklärungsmuster suchen.

Ausgewählt wurden Gemeinden, in denen es sowohl Denkmäler für die Gefallenen in den beiden Weltkriegen als auch Gedenkstätten für die Opfer von Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus errichtet wurden.
Gezeigt werden Beispiele aus Lackenbach, Mattersburg, Oberwart, Rechnitz, Deutsch-Schützen, Oberschützen, Schattendorf, Stegersbach, Deutschkreutz.

Kriegerdenkmäler sind ein Ort der Trauer und des Gedenkens, der Versuch den Kriegsdienst in der deutschen Wehrmacht zu beurteilen und zu rechtfertigen. Gefallenendenkmäler zeigen die Vergangenheit des gemeinsamen Leidens, des Leidens der Soldaten und der Zivilbevölkerung, während die Denkmäler für die österreichischen Freiheitskämpfer und Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung für die politischen Konfliktlinien in der Vergangenheit stehen. Sie erinnern daran, daß Menschen von anderen Mitbürgern angezeigt, verfolgt, zu Tode gebracht wurden. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Tatsache, daß in den 50er Jahren in fast jeder österreichischen Gemeinde Kriegerdenkmäler errichtet wurden, bzw. die des 1.WK erweitert wurden, während Denkmäler für die Opfer von Widerstand und Verfolgung nahezu nirgends anzutreffen sind, verständlich. Erst in den 80er Jahren kommt es zu einer Änderung in der österreichischen Denkmalslandschaft.
Insbesondere in der Folge der "Waldheim-Debatte" und des Gedenkjahres 1988 wurde die Rolle Österreichs nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter ins Bewußtsein gerufen. Neue Denkmäler stellen die Frage nach der Verantwortung für die Verbrechen der Jahre 1938-1945 neu. Die Initiativen zur Errichtung dieser Denkmäler gingen oft von Gruppen der Zivilgesellschaft aus. Sie sind Ausdrucksform einer Veränderung der Einstellung zur Vergangenheit. In einigen Fällen wird diese Haltung von öffentlicher Seite mitgetragen. Allerdings ist ein öffentliches Bekenntnis von Gemeinden und Land noch nicht überall zu erwirken. Eine Änderung hier zu schaffen, die Schritte dahin zu ermöglichen, bedarf noch viel an behutsamer Aufklärungs- und Bewußtseinsarbeit.
Das Ziel des Projekts "Zweierlei Gedenken" ist es, aufzuzeigen, woran und vor allem "wie wir uns erinnern"? Welchen Stellenwert haben die gefallenen Soldaten und welchen Stellenwert haben die Opfer des NS-Regimes? Wo steht ein Denkmal? Steht es im Zentrum des Ortes oder kaum wahrnehmbar, an den Rand gedrängt? Wie ist es gestaltet? Ist es ein monumentales Denkmal oder eine an einer Hausmauer angebrachte Gedenktafel?
Woran wird erinnert, was wird vergessen?
Die seit den 80er Jahre entstandenen und entstehenden Gedenkstätten für die Opfer des NS-Regimes werfen die Fragen auf: Ist dies Ausdrucksform einer allgemeinen, öffentlichen Veränderung der Einstellungen zur Vergangenheit oder ist dies auf die Arbeit einiger Initiativen oder Einzelpersonen zurückzuführen? Soll überhaupt erinnert werden und wie kann Erinnerung angemessen gestaltet werden? Wer pflegt die Erinnerung?

Ein Projekt von RE.F.U.G.I.U.S., Burgenländische Volkshochschulen, K.B.K - Kultur.Bildung.Kunst
Informationen: Eva Schwarzmayer: e-schwarzmayer@vhs-burgenland.at

zur Ausstellung

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Mahnmal Kreuzstadl 2
Rechnitz
Stegersbach
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Oberwart
Oberschützen
Mattersburg
Lackenbach
Deutschkreutz
Deutsch Schützen


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